Bundesrat stärkt Hausarztmedizin und medizinische Grundversorgung in der Schweiz
von belmedia Redaktion #Schweizweit Allgemein Arbeitswelt Ausbildung & Studium Behörden Beruf Bildung & Arbeit Business Business business24.ch businessaktuell.ch Dienstleistungen elterntipps.ch Experten Familie Gesundheit Krankheiten Magazine Medizin nachrichtenticker.ch Organisationen Personal Pflege Regionen Schweiz Schweiz Senioren Themen Vital xund24.ch Ⳇ Verbreitung
Der Bundesrat hat die Prioritäten der Agenda Grundversorgung verabschiedet. Ziel ist es, den langfristigen Zugang zu einer qualitativ hochwertigen medizinischen Grundversorgung in der Schweiz sicherzustellen. Im Mittelpunkt stehen die Förderung des ärztlichen Nachwuchses sowie die Stärkung der hausärztlichen Versorgung durch neue Versorgungsmodelle und eine breitere Aufgabenverteilung.
Die Agenda Grundversorgung wurde 2024 lanciert und gemeinsam mit rund 80 Organisationen und Akteuren des Gesundheitswesens weiterentwickelt. Ein Fachbericht definiert insgesamt 18 Massnahmen zur Sicherung der medizinischen Grundversorgung in der Schweiz.
Gesundheitssystem steht vor grossen Herausforderungen
Die Schweizer Bevölkerung profitiert heute von einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung. Gleichzeitig steht das System vor wachsenden Herausforderungen. Durch die Alterung der Bevölkerung nehmen chronische Erkrankungen zu, wodurch der Bedarf an medizinischen, therapeutischen und pflegerischen Leistungen kontinuierlich steigt.
Parallel dazu verschärft sich der Fachkräftemangel. Besonders betroffen sind Berufsgruppen der Grundversorgung wie Hausärzte, Kinderärzte, Psychiater, Apotheker sowie Pflegefachpersonen.
Grundversorgung auf mehrere Schultern verteilen
Ein zentrales Handlungsfeld der Agenda konzentriert sich auf die Weiterentwicklung bestehender Versorgungsmodelle und Berufsprofile. Ziel ist es, die Grundversorgung breiter abzustützen und die interprofessionelle Zusammenarbeit zu stärken.
Dazu sollen die Kompetenzen nichtärztlicher Fachpersonen stärker genutzt und weiterentwickelt werden. So ist vorgesehen, die Rolle der medizinischen Praxisassistentinnen und Praxisassistenten weiter auszubauen, damit Haus- und Kinderarztpraxen entlastet werden können.
Auch die medizinische und pharmazeutische Versorgung in Pflegeheimen soll verbessert werden. Zusätzlich werden Grundlagen geschaffen, damit Menschen mit akuten Gesundheitsproblemen oder dringenden Fragen künftig vermehrt auch ausserhalb von Hausarztpraxen beraten und behandelt werden können, beispielsweise in Apotheken.
Förderung des ärztlichen Nachwuchses
Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der Nachwuchsförderung in der ärztlichen Grundversorgung. Gleichzeitig sollen die Rahmenbedingungen verbessert werden, damit Fachpersonen länger im Beruf bleiben.
Im Fokus stehen deshalb Massnahmen in den Bereichen Ausbildung, Weiterbildung und Arbeitsbedingungen. Derzeit wird geprüft, wie die Anzahl Studienplätze in der Humanmedizin erhöht werden kann.
Zudem wird ein Bericht zur Zukunft der ärztlichen Weiterbildung erarbeitet. Dieser soll als Grundlage dienen, um die Weiterbildung in den Fachrichtungen Allgemeine Innere Medizin, Pädiatrie, Psychiatrie, Psychotherapie sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie weiterzuentwickeln.
Umsetzung startet noch 2026
In einem nächsten Schritt werden die konkreten Umsetzungsmassnahmen gemeinsam mit den beteiligten Akteuren ausgearbeitet. Mehrere Organisationen der Grundversorgung haben bereits ihre Bereitschaft signalisiert, zusätzliche Massnahmen eigenständig zu übernehmen.
Die Umsetzung der priorisierten Projekte beginnt noch in diesem Jahr und soll bis Ende 2028 abgeschlossen werden.
Quelle: Bundesamt für Gesundheit BAG
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