Ferien ohne Giessstress: So überstehen Garten und Balkon Ihre Abwesenheit
von belmedia Redaktion #Schweizweit Allgemein Draussen elterntipps.ch Familie Familienleben Familienreisen Garten gartenaktuell.ch Haus Haus, Garten & Einrichtung hometipp.ch Jahreszeiten Magazine nachrichtenticker.ch Orte Regionen Reisen Reisen & Ausflüge Schweiz Schweiz Sommer Terrasse & Balkon Themen Ⳇ Verbreitung
Die Familie ist in Ferienstimmung, doch wer kümmert sich um Tomaten, Hortensien und Balkonblumen? Mit etwas Vorbereitung bleiben Garten und Balkon auch während der Ferien gut versorgt.
Dabei braucht es längst nicht für jede Pflanze eine technisch aufwendige Lösung. Oft bringen ein passender Standort, gründliches Giessen, eine schützende Mulchschicht und ein klarer Plan bereits viel.
Ein Pflanzenrundgang vor der Abreise
Beginnen Sie einige Tage vor der Abfahrt mit einem Rundgang. Welche Pflanzen stehen in kleinen Gefässen? Wo trocknet die Erde besonders schnell aus? Welche Kulturen tragen gerade Früchte? Und welche Pflanzen kommen erfahrungsgemäss mit wenig Wasser zurecht?
Kontrollieren Sie die Gefässe auf verstopfte Abzugslöcher und entfernen Sie abgestorbene Pflanzenteile. Verwelkte Blüten können ebenfalls abgeschnitten werden. Auf einen starken Rückschnitt sollten Sie unmittelbar vor den Ferien jedoch verzichten. Er regt bei vielen Pflanzen einen neuen Austrieb an, der wiederum Wasser benötigt.
Kranke oder von Schädlingen befallene Pflanzen sollten getrennt von den übrigen Töpfen stehen. So verhindern Sie, dass sich Probleme während Ihrer Abwesenheit unbemerkt ausbreiten.
Pflanzen nach ihrem Wasserbedarf sortieren
Nicht alle Pflanzen benötigen dieselbe Betreuung. Besonders aufmerksam sollten Sie folgende Gruppen behandeln:
- Balkonblumen und Pflanzen in kleinen Töpfen
- Tomaten, Gurken, Zucchetti und andere fruchttragende Gemüsearten
- frisch gepflanzte Stauden, Sträucher und Jungpflanzen
- Hochbeete und Pflanzkästen mit begrenztem Erdvolumen
- Hortensien und andere Pflanzen mit hohem Wasserbedarf
Eingewachsene Gehölze und robuste Stauden im Garten kommen dagegen häufig besser mit einer begrenzten Trockenperiode zurecht. Giessen Sie daher nicht wahllos jede Fläche, sondern konzentrieren Sie das vorhandene Wasser auf die empfindlichen Bereiche.
Kübelpflanzen aus der prallen Sonne nehmen
Pflanzen in Gefässen trocknen deutlich schneller aus als Pflanzen im offenen Boden. Rücken Sie die Töpfe an einem hellen, aber nicht vollsonnigen Platz zusammen. Eine Hauswand, eine luftige Pergola oder der Bereich unter einem Sonnenschutz kann geeignet sein.
Stellen Sie die Gefässe nicht zu dicht aneinander. Etwas Abstand sorgt für Luftzirkulation und erleichtert einer Giesshilfe den Zugang. Sehr kleine Töpfe können vorübergehend in grössere Übertöpfe gestellt werden. Achten Sie dabei darauf, dass sich nach einem starken Regen keine dauerhafte Staunässe bildet.
Untersetzer eignen sich nur bedingt als Wasservorrat. Bei Pflanzen, die empfindlich auf nasse Wurzeln reagieren, kann stehendes Wasser mehr schaden als eine kurze Trockenphase.
Mulch hält die Feuchtigkeit länger im Boden
Eine lockere Mulchschicht bremst die Verdunstung und schützt den Boden vor dem schnellen Austrocknen. Geeignet sind beispielsweise Rasenschnitt, gehäckseltes Pflanzenmaterial, Stroh oder feiner Rindenmulch. Das Material sollte zur jeweiligen Pflanze passen und nicht direkt an Stängeln oder empfindlichen Trieben anliegen.
Vor dem Mulchen wird gründlich gegossen. Die Abdeckung bewahrt die vorhandene Feuchtigkeit, ersetzt das Giessen aber nicht. Auch in grösseren Kübeln kann eine dünne Schicht aus geeignetem Pflanzenmaterial helfen.
Wer gesammeltes Wasser verwenden möchte, findet im Ratgeber über das Sammeln von Regenwasser passende Hinweise zu Regentonnen und Zisternen.
Automatische Bewässerung rechtzeitig testen
Für viele Töpfe, ein Gemüsebeet oder eine längere Abwesenheit kann eine automatische Bewässerung sinnvoll sein. Tropfschläuche und einzelne Tropfer bringen das Wasser gezielt in den Wurzelbereich. Dadurch lässt sich die Wassermenge besser anpassen als bei einem grossflächigen Rasensprenger.
Wichtig ist ein mehrtägiger Probelauf. Kontrollieren Sie dabei:
- Erreichen alle Tropfer die vorgesehenen Pflanzen?
- Sind Anschlüsse und Schläuche dicht?
- Passt die Laufzeit zum tatsächlichen Wasserbedarf?
- Funktioniert die Steuerung zur gewünschten Tageszeit?
- Reicht ein vorhandener Wasservorrat für die gesamte Abwesenheit?
Auch eine technisch einwandfreie Anlage sollte möglichst von einer vertrauten Person kontrolliert werden. Ein gelöster Schlauch, ein leerer Vorratsbehälter oder eine veränderte Wetterlage kann den ursprünglichen Plan durcheinanderbringen. Weitere Grundlagen erklärt der Beitrag zur automatischen Gartenbewässerung.
Wie sich ein Garten auf die Urlaubszeit vorbereiten lässt und an welchen Stellen Wasser gespart werden kann, zeigt der folgende Beitrag von MDR Garten.
Kleine Bewässerungshilfen für einzelne Töpfe
Tonspitzen, Wasserspeicher und Dochtsysteme eignen sich vor allem für einzelne Kübel und eine überschaubare Abwesenheit. Wie lange der Vorrat reicht, hängt vom Gefäss, der Pflanze, dem Standort und der Temperatur ab. Pauschale Zeitangaben sind daher wenig hilfreich.
Testen Sie jede Lösung vor den Ferien unter realistischen Bedingungen. Kontrollieren Sie nach einigen Tagen, ob die Erde gleichmässig feucht bleibt. Ein umgedrehter Wasservorrat kann in lockerer Erde zu schnell auslaufen oder in verdichteter Erde kaum Wasser abgeben.
Eine Giesshilfe braucht einen eindeutigen Plan
Bei längeren Ferien bleibt ein zuverlässiger Nachbar, Freund oder professioneller Gartenservice oft die sicherste Lösung. Machen Sie es der Giesshilfe möglichst einfach: Gruppieren Sie die Töpfe, stellen Sie die Giesskanne bereit und markieren Sie besonders durstige Pflanzen.
Eine kurze Liste verhindert Missverständnisse. Darauf gehören die Giessintervalle, Besonderheiten einzelner Pflanzen und der Standort des Wasseranschlusses. Bitten Sie darum, vor dem Giessen kurz die Erde zu prüfen. Eine automatisch tägliche Wassergabe kann bei manchen Pflanzen zu Staunässe führen.
Rasen und Garten nicht überversorgen
Der Rasen muss vor der Abfahrt nicht auf Vorrat gewässert werden. Mähen Sie ihn etwas höher als gewohnt, damit der Boden stärker beschattet bleibt. Sehr kurzes Gras trocknet schneller aus. Während einer normalen Ferienabwesenheit darf ein eingewachsener Rasen vorübergehend weniger frisch aussehen.
Verzichten Sie unmittelbar vor der Reise auf umfangreiche Neupflanzungen und starke Düngergaben. Frisch gesetzte Pflanzen und angeregtes Wachstum erhöhen den Pflegebedarf genau dann, wenn niemand zu Hause ist.
Nach den Ferien behutsam kontrollieren
Prüfen Sie nach der Rückkehr zuerst die Bodenfeuchtigkeit. Welke Blätter bedeuten nicht automatisch, dass die Pflanze sofort grosse Wassermengen benötigt. Ist der Wurzelballen noch feucht, kann auch Staunässe die Ursache sein.
Trockene Töpfe werden langsam und gründlich gegossen. Entfernen Sie beschädigte Pflanzenteile und geben Sie den Pflanzen etwas Zeit zur Erholung. Mit einer gut vorbereiteten Ferienbewässerung dürfte der erste Rundgang jedoch erfreulich ausfallen: kräftige Kräuter, reifende Tomaten und Balkonblumen, die Ihre Abwesenheit kaum bemerkt haben.
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