Einbruchschutz im Herbst: So schützen Sie Ihr Zuhause

Wenn die Tage kürzer werden und es am Abend früher dunkel wird, rückt der Einbruchschutz wieder stärker in den Fokus. Gerade im Herbst lohnt es sich, Haus und Wohnung kritisch zu prüfen: Sind Fenster und Türen wirklich geschlossen? Wirkt das Zuhause bei Abwesenheit bewohnt? Und welche Schwachstellen könnten Einbrecher ausnutzen?

sicherheit.ch zeigt, welche einfachen Massnahmen im Alltag helfen, typische Schwachstellen zu reduzieren – von richtig verschlossenen Fenstern über Beleuchtung und Nachbarschaftshilfe bis zum Verhalten während der Herbstferien.

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7 Dinge, die Sie heute noch prüfen können

Guter Einbruchschutz beginnt nicht erst bei einer Alarmanlage. Oft entscheiden alltägliche Gewohnheiten und gut gesicherte Zugänge darüber, wie einfach ein Gebäude betreten werden kann.

🔐 Türen: vollständig verriegeln statt nur ins Schloss ziehen

🪟 Fenster: beim Verlassen komplett schliessen

💡 Licht: Anwesenheit glaubwürdig simulieren

🔑 Schlüssel: niemals draussen verstecken

🏠 Nebenräume: Keller, Garage und Nebentüren mitprüfen

👀 Nachbarschaft: bei längerer Abwesenheit einbeziehen

📱 Ferien: Abwesenheit nicht öffentlich ankündigen

Warum Einbruchschutz im Herbst besonders aktuell wird

Mit dem Herbst verändert sich der Alltag. Die Sonne geht früher unter, Beleuchtung wird häufiger benötigt und viele Menschen verlassen morgens im Dunkeln das Haus oder kehren erst nach Einbruch der Dunkelheit zurück.

Die Schweizerische Kriminalprävention weist darauf hin, dass Einbrüche häufig tagsüber oder in der frühen Dämmerung stattfinden – also zu Zeiten, in denen Bewohner oftmals nicht zuhause sind.

Deshalb ist der Herbst ein guter Zeitpunkt für einen Sicherheitscheck. Dabei geht es nicht darum, das eigene Zuhause in eine Festung zu verwandeln. Entscheidend ist vielmehr, offensichtliche Schwachstellen zu erkennen und unnötige Gelegenheiten zu vermeiden.

1. Haustüren nicht nur zuziehen, sondern verriegeln

Eine der einfachsten Sicherheitsmassnahmen wird im Alltag leicht vergessen: Eine Haus- oder Wohnungstür sollte beim Verlassen vollständig verriegelt werden.

Nur ins Schloss gezogene Türen bieten nicht denselben Widerstand wie korrekt abgeschlossene Türen.

Dabei zählt nicht nur das Schloss. Türblatt, Rahmen, Schliessblech, Beschläge, Zylinder und Befestigung müssen als Gesamtsystem betrachtet werden.

Wer genauer prüfen möchte, wo die Schwachstellen eines Gebäudes liegen, findet im ausführlichen Ratgeber Einbruchschutz für Wohnungen und Häuser: Schwachstellen systematisch prüfen eine systematische Kontrolle von Türen, Fenstern, Kellern, Garagen und weiteren möglichen Zugängen.

2. Gekippte Fenster sind keine geschlossenen Fenster

Ein gekipptes Fenster sollte aus Sicht des Einbruchschutzes nicht als geschlossen betrachtet werden.

Das gilt insbesondere für leicht erreichbare Fenster im Erdgeschoss sowie für Fenster und Balkontüren, die über Garagendächer, Vordächer, Mauern oder andere Kletterhilfen erreichbar sind.

Beim Verlassen des Hauses oder der Wohnung sollten deshalb sämtliche erreichbaren Fenster vollständig geschlossen werden.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Terrassentüren. Sie befinden sich häufig auf der weniger gut einsehbaren Gebäudeseite und können dadurch zu einer wichtigen Schwachstelle werden.

3. Auch Keller, Garage und Nebeneingänge kontrollieren

Der Haupteingang ist häufig gut gesichert – während eine Kellertür, ein Kellerfenster oder die Verbindung zwischen Garage und Wohnbereich deutlich weniger Aufmerksamkeit erhält.

Genau deshalb sollte ein Sicherheitsrundgang sämtliche Gebäudeseiten umfassen.

Zu prüfen sind unter anderem:

  • Kellerfenster und Lichtschächte
  • Garagentore und Garagentüren
  • Nebeneingänge
  • Terrassen- und Balkontüren
  • Verbindungstüren zwischen Garage und Wohnhaus
  • Gartenhäuser und Geräteschuppen

Auch Leitern, Gartenmöbel, Container oder andere Gegenstände können unbeabsichtigt als Kletterhilfe dienen.

4. Licht kann Anwesenheit signalisieren

Ein Haus, das über mehrere Abende hinweg vollständig dunkel bleibt, kann auf Abwesenheit hinweisen.

Zeitschaltuhren und intelligente Beleuchtungssysteme können deshalb sinnvoll sein. Glaubwürdiger wirkt die Simulation, wenn nicht jeden Abend exakt dieselbe Lampe zur exakt gleichen Zeit ein- und ausgeschaltet wird.

Mehrere Räume und leicht unterschiedliche Zeiten können ein natürlicheres Bild erzeugen.

Aussenbeleuchtung mit sinnvoll ausgerichteten Bewegungsmeldern kann zusätzlich dazu beitragen, Eingänge und Zugangsbereiche sichtbar zu machen.

💡 Der 60-Sekunden-Sicherheitscheck vor dem Weggehen

  • Sind alle leicht erreichbaren Fenster geschlossen?
  • Ist die Haus- beziehungsweise Wohnungstür verriegelt?
  • Sind Terrassen- und Balkontüren geschlossen?
  • Sind Keller und Garage gesichert?
  • Liegen keine Schlüssel draussen?
  • Ist bei längerer Abwesenheit die Beleuchtung organisiert?

5. Schlüssel niemals im Garten verstecken

Unter der Fussmatte, hinter einem Blumentopf oder an einem vermeintlich cleveren Ort im Garten: Ein versteckter Ersatzschlüssel kann zur Schwachstelle werden.

Schlüssel sollten stattdessen kontrolliert bei einer vertrauenswürdigen Person hinterlegt oder in einem geeigneten Sicherheitssystem aufbewahrt werden.

Auch Garagen, Gartenhäuser und unverschlossene Nebenräume sind keine geeigneten Orte für Haus- oder Wohnungsschlüssel.

Verlorene Schlüssel sollten ernst genommen werden. Je nach Situation kann es notwendig sein, einen Schliesszylinder auszutauschen beziehungsweise die Berechtigung eines elektronischen Schlüssels zu sperren.

6. Herbstferien: Das Zuhause sollte nicht offensichtlich leer wirken

Wer mehrere Tage verreist, sollte vermeiden, dass die Abwesenheit von aussen sofort erkennbar ist.

Ein überfüllter Briefkasten, während Tagen unveränderte Storen oder ein dauerhaft dunkles Haus können Hinweise liefern.

Vertrauenswürdige Nachbarn, Freunde oder Familienangehörige können während der Ferien:

  • den Briefkasten leeren
  • Storen gelegentlich verändern
  • Pflanzen versorgen
  • nach dem Rechten sehen
  • bei ungewöhnlichen Beobachtungen reagieren

Auch bei automatisierter Beleuchtung gilt: Ein möglichst natürliches Muster ist sinnvoller als eine einzelne Lampe, die jeden Abend sekundengenau denselben Ablauf wiederholt.

7. Ferien nicht öffentlich in sozialen Netzwerken ankündigen

Ferienfotos gehören für viele Menschen zur Reise dazu. Problematisch kann es jedoch werden, wenn öffentlich sichtbar kommuniziert wird, dass Haus oder Wohnung für längere Zeit leer stehen.

Wer seine Privatsphäre schützen möchte, sollte prüfen, wer Beiträge, Stories und Standortinformationen sehen kann.

Ferienbilder lassen sich auch nach der Rückkehr veröffentlichen.

Dasselbe gilt für automatische Standortfreigaben und öffentlich sichtbare Reiseinformationen.

8. Mechanischer Schutz kommt vor elektronischen Extras

Kameras, Bewegungsmelder und Smart-Home-Technik können einen Sicherheitsplan ergänzen. Sie ersetzen jedoch keine stabilen Türen und Fenster.

Eine Alarmanlage kann einen Einbruchsversuch erkennen oder melden – sie verhindert aber nicht automatisch, dass ein schlecht gesichertes Fenster geöffnet wird.

Deshalb sollte zunächst geprüft werden, ob die mechanische Grundsicherung stimmt.

Bei bestehenden Gebäuden können je nach Konstruktion zusätzliche Verriegelungen, geeignete Beschläge oder andere Nachrüstungen infrage kommen.

Eine fachkundige Sicherheitsberatung kann helfen, Schwachstellen nach ihrer tatsächlichen Bedeutung zu priorisieren.

9. Kameras sind kein Freipass zur Überwachung

Private Videoüberwachung unterliegt in der Schweiz datenschutzrechtlichen Anforderungen.

Eine Kamera sollte nicht wahllos öffentliche Bereiche, Nachbargrundstücke oder gemeinschaftlich genutzte Flächen erfassen.

Wer Kameras einsetzen möchte, sollte deshalb bereits bei der Planung klären, welcher Bereich tatsächlich überwacht werden muss und wie Aufzeichnungen gespeichert und geschützt werden.

Sicherheitstechnik sollte möglichst zielgerichtet eingesetzt werden und die Privatsphäre anderer Personen berücksichtigen.

10. Eine aufmerksame Nachbarschaft ist wertvoll

Technik kann viel – aufmerksame Menschen bleiben trotzdem wichtig.

Wer längere Zeit verreist, kann vertrauenswürdige Nachbarn informieren. Gleichzeitig können ungewöhnliche Situationen im Quartier eher auffallen, wenn Menschen aufeinander achten.

Unbekannte Personen sollten jedoch nicht eigenmächtig konfrontiert werden.

Bei verdächtigen Beobachtungen steht die eigene Sicherheit an erster Stelle.

Was tun, wenn gerade eingebrochen wird?

Wer einen laufenden Einbruch bemerkt, sollte keinesfalls versuchen, die Täter selbst aufzuhalten.

Die Schweizerische Kriminalprävention empfiehlt, eine Konfrontation zu vermeiden, Distanz zu schaffen und unverzüglich die Polizei zu alarmieren.

In der Schweiz erreichen Sie die Polizei über 117.

Beobachtungen zu Personen, Kleidung, Fluchtrichtung, Fahrzeug oder Kontrollschild können für die Polizei hilfreich sein – allerdings nur, wenn diese Informationen ohne Eigengefährdung wahrgenommen werden können.

Was tun, wenn der Einbruch erst später entdeckt wird?

Wer nach Hause kommt und eine aufgebrochene Tür oder ein beschädigtes Fenster entdeckt, sollte vorsichtig sein.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich noch jemand im Gebäude befindet.

Deshalb gilt:

  • nicht unnötig das Gebäude betreten
  • keine mögliche Täterschaft konfrontieren
  • Polizei über 117 verständigen
  • mögliche Spuren nicht verändern
  • Gegenstände möglichst nicht berühren

Nach der polizeilichen Aufnahme können weitere Schritte folgen, beispielsweise die Sperrung gestohlener Bankkarten oder Mobilgeräte sowie die Meldung an die Versicherung.

Wertsachen dokumentieren, bevor etwas passiert

Zu einem umfassenden Sicherheitskonzept gehört auch die Vorbereitung auf den Ernstfall.

Bei wertvollen Gegenständen können Fotos, Seriennummern, Kaufbelege und eine aktuelle Inventarliste helfen.

Diese Informationen sollten nicht ausschliesslich zusammen mit den Wertgegenständen aufbewahrt werden. Eine zusätzlich geschützte digitale Kopie kann sinnvoll sein.

Für besonders wertvolle Dokumente, Datenträger, Schmuck oder andere Gegenstände kann ein geeigneter Wertschutzbehälter infrage kommen.

🔐 SICHERHEIT.CH HERBST-CHECK

Wie sicher ist Ihr Zuhause?

Gehen Sie gedanklich einmal ums Haus beziehungsweise durch die Wohnung. Schon wenige Fragen zeigen, wo sich ein genauerer Blick lohnt.

🚪

Türen geprüft?

Nicht nur zuziehen – beim Verlassen vollständig verriegeln.

→ Eingang sichern

🪟

Fenster geschlossen?

Gekippte Fenster gelten sicherheitstechnisch nicht als geschlossen.

→ Zugänge prüfen

💡

Haus dunkel?

Beleuchtung kann während einer Abwesenheit Anwesenheit simulieren.

→ Licht organisieren

🧳

Ferien geplant?

Briefkasten, Beleuchtung und eine Vertrauensperson vor der Abreise organisieren.

→ Abwesenheit vorbereiten

👀

Etwas verdächtig?

Nicht selbst eingreifen oder Personen konfrontieren.

→ Im Ernstfall: 117

🛡️ Die wichtigste Sicherheitsregel

Einbruchschutz besteht nicht aus einer einzigen Massnahme.
Geschlossene Zugänge, mechanische Sicherungen, gute Alltagsroutinen und ergänzende Technik wirken am besten zusammen.

Einbruchschutz beginnt mit wenigen konsequenten Gewohnheiten

Absolute Sicherheit gibt es nicht. Trotzdem lässt sich vermeiden, dass Einbrechern unnötig einfache Gelegenheiten geboten werden.

Vollständig verriegelte Türen, geschlossene Fenster, gesicherte Nebenräume und ein sinnvoller Umgang mit längerer Abwesenheit bilden eine wichtige Grundlage.

Wer zusätzlich die baulichen Schwachstellen seines Hauses oder seiner Wohnung kennt und geeignete mechanische sowie technische Massnahmen kombiniert, schafft mehrere Hindernisse statt nur einer einzigen Schutzbarriere.

Stand: 27. September 2026. Sicherheitsmassnahmen müssen immer zur konkreten Wohnsituation und zum Gebäude passen. Bei baulichen oder technischen Massnahmen empfiehlt sich eine fachkundige Beratung.

 

Quellen: Schweizerische Kriminalprävention (SKP); sicherheit.ch.
Titelbild: Symbolbild © rawf8 – shutterstock.com