Lugano dreht Partie in Basel und feiert sechsten Sieg im sechsten Spiel

Der FC Lugano bleibt in der Super League makellos. Die Tessiner gewinnen beim FC Basel mit 3:1, obwohl Metinho die Gastgeber unmittelbar nach der Pause in Führung bringt. Yanis Cimignani und Uran Bislimi drehen die Partie innerhalb von zwei Minuten, ehe Joker Ahmed Kendouci den sechsten Sieg im sechsten Meisterschaftsspiel perfekt macht.

Luganos Traumstart geht damit auch im St. Jakob-Park weiter. Die Mannschaft von Mattia Croci-Torti steht nach sechs Partien bei der maximalen Ausbeute von 18 Punkten und baut die Tabellenführung aus.

Für Basel endet dagegen eine schwierige Woche mit der nächsten Enttäuschung. Nach dem 1:2 gegen Sion verliert die Mannschaft von Stephan Lichtsteiner auch das zweite Heimspiel innerhalb weniger Tage.

Besonders deutlich fällt die statistische Überlegenheit der Gäste aus. Lugano kommt auf 23 Abschlüsse, Basel lediglich auf fünf. Auch beim Ballbesitz liegen die Tessiner mit 55 Prozent vorne.

Lugano dominiert – Basel hält das 0:0

Lugano zeigt von Beginn an, weshalb die Mannschaft mit fünf Siegen aus fünf Partien nach Basel gereist ist. Die Gäste treten selbstbewusst auf, kontrollieren über längere Phasen den Ball und bringen die Basler Defensive immer wieder unter Druck.

Besonders über Yanis Cimignani, Uran Bislimi und Daniel Dos Santos entwickelt Lugano viel Dynamik. Basel hat dagegen Mühe, längere eigene Ballbesitzphasen aufzubauen und kommt im ersten Durchgang kaum zu zwingenden Möglichkeiten.

Trotz der klaren Vorteile der Tessiner bleibt es bis zur Pause beim 0:0. Lugano lässt mehrere Gelegenheiten ungenutzt, während Basel defensiv zunächst standhält.

Stephan Lichtsteiner reagiert zur Pause gleich mehrfach. Xherdan Shaqiri und Metinho kommen für den zweiten Durchgang ins Spiel, zudem ersetzt Mirko Salvi Jonas Omlin im Tor.

Metinho trifft unmittelbar nach seiner Einwechslung

Die Basler Wechsel zeigen sofort Wirkung. Nur zwei Minuten nach Wiederbeginn geht der FCB überraschend in Führung.

Metinho, der gerade erst eingewechselt worden ist, trifft in der 47. Minute zum 1:0. Basel nutzt damit praktisch seine erste richtig gefährliche Phase und stellt den bisherigen Spielverlauf auf den Kopf.

Für kurze Zeit scheint es, als könnte die Führung dem FCB neue Sicherheit verleihen. Lugano lässt sich vom Rückstand allerdings nicht beeindrucken und übernimmt schnell wieder die Initiative.

Die Tessiner erhöhen den Druck und werden bereits zwölf Minuten später belohnt.

Cimignani und Bislimi drehen das Spiel in zwei Minuten

In der 59. Minute fällt der Ausgleich. Yanis Cimignani trifft zum 1:1 und bringt Lugano zurück in die Partie.

Kaum hat Basel den ersten Gegentreffer verarbeitet, schlägt der Leader bereits wieder zu. Nur zwei Minuten später erzielt Uran Bislimi das 2:1 für die Gäste.

Innerhalb von rund 120 Sekunden ist die Partie vollständig gedreht. Aus einer Basler Führung wird ein Rückstand, und im St. Jakob-Park kippt die Stimmung spürbar.

Bislimi gehört einmal mehr zu den auffälligsten Spielern der Tessiner. Der Schweizer Internationale prägt das Lugano-Spiel im Zentrum und belohnt seinen starken Auftritt mit dem Führungstreffer.

Auch danach ist Lugano näher am nächsten Tor als Basel am Ausgleich. Die Gäste bleiben aggressiv, gewinnen viele zweite Bälle und lassen den FCB kaum zur Entfaltung kommen.

Ajeti kehrt als Lugano-Spieler ins Joggeli zurück

Eine besondere Geschichte liefert Albian Ajeti. Der 29-Jährige war erst wenige Tage zuvor vom FC Basel leihweise zum FC Lugano gewechselt und kehrt nun bereits im Trikot der Tessiner ins St. Jakob-Park zurück.

Ajeti beginnt gegen seinen Stammklub auf der Ersatzbank und wird in der 63. Minute für Dereck Moncada eingewechselt. Ein eigenes Tor gelingt ihm diesmal nicht.

Seine ersten Minuten für Lugano waren noch spektakulärer verlaufen. Beim 1:0 gegen Servette hatte Ajeti am Donnerstag als Joker in der 94. Minute den Siegtreffer erzielt und damit bei seinem Debüt sofort für die Entscheidung gesorgt.

Gegen Basel steht diesmal ein anderer Einwechselspieler im Mittelpunkt.

Kendouci braucht nur zwei Minuten für das 3:1

Mattia Croci-Torti bringt Ahmed Kendouci in der 79. Minute für Daniel Dos Santos. Nur zwei Minuten später trifft der Algerier.

Kendouci erzielt in der 81. Minute das 3:1 und sorgt damit für die Vorentscheidung. Basel benötigt nun zwei Treffer, findet gegen die kompakte Lugano-Defensive aber keine Antwort mehr.

Auch die Zahlen unterstreichen die verdiente Niederlage der Gastgeber. Lugano verzeichnet am Ende 23 Torschüsse gegenüber fünf Versuchen des FCB. Fünf Abschlüsse der Tessiner gehen auf das Tor, Basel bringt zwei Versuche auf den Kasten.

Beim erwarteten Torwert liegt Lugano mit rund 1,67 ebenfalls klar vor Basel mit lediglich 0,31. Die Gäste haben nicht nur mehr vom Spiel, sondern erarbeiten sich auch die wesentlich besseren Möglichkeiten.

Shaqiri kann Basel nicht mehr retten

Xherdan Shaqiri beginnt wie Metinho auf der Ersatzbank und kommt ebenfalls zur Pause ins Spiel. Der Basler Captain kann der Offensive zwar zusätzliche Präsenz verleihen, die Partie aber nicht mehr in die gewünschte Richtung drehen.

Nach dem 1:2 fehlt dem FCB die Durchschlagskraft, um Lugano ernsthaft unter Druck zu setzen. Die Tessiner verteidigen konzentriert und nutzen gleichzeitig die Räume, die Basel auf der Suche nach dem Ausgleich öffnen muss.

Für Lichtsteiner wird damit insbesondere die mangelnde Konstanz zum Problem. Basel hat nach sieben Ligaspielen zehn Punkte gesammelt und bereits die dritte Niederlage kassiert.

Besonders schmerzhaft sind die beiden jüngsten Heimspiele. Erst dreht Sion am Donnerstag einen Rückstand zum 2:1, drei Tage später nimmt nun auch Lugano alle drei Punkte aus dem St. Jakob-Park mit.

Lugano mit unglaublichen 18 Punkten aus sechs Spielen

Die Bilanz der Tessiner ist dagegen makellos: sechs Spiele, sechs Siege, 18 Punkte. Das Torverhältnis verbessert sich nach dem Erfolg in Basel auf 17:4.

Lugano steht damit drei Punkte vor den Young Boys, obwohl die Berner bereits sieben Spiele absolviert haben. Sion folgt mit zwölf Punkten, während Basel mit zehn Zählern vorerst auf Rang fünf zurückfällt.

Der perfekte Saisonstart ist umso bemerkenswerter, weil Lugano gleichzeitig international gefordert war. Die Mannschaft hat sich für die Ligaphase der Conference League qualifiziert und bewältigt die Doppelbelastung bislang ohne Punktverlust in der Meisterschaft.

Auch die jüngste Serie spricht für sich. Nach Siegen gegen Vaduz, GC, Thun und Sion hatte Lugano am Donnerstag Servette mit 1:0 bezwungen. Nun folgt beim FC Basel der bislang wohl prestigeträchtigste Erfolg der neuen Saison.

Nächster Härtetest gegen die Young Boys

Lange ausruhen kann sich der Leader nicht. Bereits am Samstag, 12. September, wartet das nächste Spitzenspiel: Lugano empfängt in der AIL Arena die Young Boys.

Damit treffen die derzeit beiden punktbesten Mannschaften der Super League direkt aufeinander. Für Croci-Tortis Team bietet sich die Gelegenheit, den perfekten Saisonstart auszubauen und einen direkten Konkurrenten weiter zu distanzieren.

Basel steht einen Tag später wieder im Einsatz. Am Sonntag, 13. September, gastiert der FCB beim FC Luzern und benötigt nach den beiden Heimniederlagen dringend eine Reaktion.

Im St. Jakob-Park gehört der Nachmittag jedoch eindeutig Lugano. Der Leader steckt selbst einen Rückstand weg, dreht die Partie innerhalb von zwei Minuten und bestätigt mit dem sechsten Sieg im sechsten Spiel eindrucksvoll seine derzeitige Ausnahmestellung in der Super League.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert