Küng bricht Vuelta nach Zeitfahrsieg ab

Stefan Küng beendet die Vuelta a España 2026 vorzeitig. Nur einen Tag nach seinem Sieg im Einzelzeitfahren steigt der 32-jährige Schweizer aus der Rundfahrt aus und richtet seinen Fokus vollständig auf die Strassen-WM in Montreal.

Tudor Pro Cycling und Küng haben den Entscheid gemeinsam getroffen. Eine neue Verletzung liegt beim Thurgauer nicht vor. Vielmehr soll er die zusätzliche Zeit zur Erholung und für die Vorbereitung auf das nächste grosse Saisonziel nutzen.

Küng hatte am Donnerstag auf der 18. Etappe über 32,1 Kilometer von El Puerto de Santa María nach Jerez de la Frontera in 35:22 Minuten triumphiert. Mit seinem Sieg im Vuelta-Zeitfahren setzte er sich drei Sekunden vor Callum Thornley durch und feierte seinen zweiten Etappenerfolg bei einer Grand Tour.

WM statt Vuelta-Finale

Für Küng endet die Spanien-Rundfahrt damit unmittelbar nach seinem sportlichen Höhepunkt. Statt die letzten Etappen bis zum Finale in Granada zu bestreiten, kann der Tudor-Profi seine Kräfte nun gezielt auf die Weltmeisterschaften in Kanada ausrichten.

Nach Angaben aus seinem Umfeld ist der Ausstieg nicht gesundheitlich bedingt. Küng und sein Team kamen gemeinsam zum Schluss, dass die vorzeitige Abreise im Hinblick auf die kommenden Aufgaben die sinnvollste Lösung ist.

Der Entscheid ist auch deshalb nachvollziehbar, weil Küng bei der Vuelta kein Fahrer für die Gesamtwertung war. Sein grosses persönliches Ziel lag im Einzelzeitfahren – und dieses erfüllte er mit dem Sieg in Jerez eindrucksvoll.

Küng meldet sich nach schwerer Verletzung zurück

Der Erfolg besitzt für den Schweizer zusätzlichen Wert. Küng musste sich in dieser Saison nach einem Oberschenkelbruch zurückkämpfen und hatte zeitweise um seine frühere Leistungsfähigkeit gebangt.

In den vergangenen Wochen zeigte sich jedoch, dass der Zeitfahrspezialist wieder auf höchstem Niveau angekommen ist. Bereits bei der Polen-Rundfahrt gewann Küng das abschliessende Einzelzeitfahren, ehe er nun auch bei der Vuelta gegen starke internationale Konkurrenz triumphierte.

Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 54,4 km/h setzte Küng in Jerez die Bestzeit. Thornley verlor drei Sekunden, João Almeida neun Sekunden. Damit bestätigte der Schweizer seine Position unter den stärksten Zeitfahrern der Welt.

Montreal beginnt für Küng mit dem Zeitfahren

Die Strassen-WM in Montreal beginnt am 20. September. Gleich am ersten Wettkampftag steht das Einzelzeitfahren der Elite-Männer auf dem Programm und damit jene Disziplin, in der Küng zu den Schweizer Medaillenhoffnungen gehört.

Zudem plant Küng Starts in der Mixed-Team-Staffel am 22. September sowie im Strassenrennen der Männer am 27. September. Durch den Verzicht auf das Vuelta-Finale erhält er nun zusätzliche Tage für Regeneration, Reise und Vorbereitung in Kanada.

Nach seinem Vuelta-Sieg reist Küng mit einem wichtigen Erfolgserlebnis zur WM. Der vorzeitige Ausstieg aus der Spanien-Rundfahrt ist damit kein Rückschlag, sondern Teil der gezielten Vorbereitung auf den nächsten Saisonhöhepunkt.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert