Ralph Zloczower im Alter von 93 Jahren verstorben

Der Schweizer Fussball trauert um Ralph Zloczower. Der frühere Präsident des BSC Young Boys und des Schweizerischen Fussballverbands ist im Alter von 93 Jahren verstorben. Besonders eng verbunden bleibt sein Name mit der erfolgreichen Bewerbung und Durchführung der EURO 2008 in der Schweiz und Österreich.

Zloczower prägte den Schweizer Fussball während mehrerer Jahrzehnte in unterschiedlichen Führungsfunktionen. Seine Laufbahn als Spitzenfunktionär begann beim BSC Young Boys, dessen Vereinsleitung der Berner Jurist im Februar 1973 in einer wirtschaftlich schwierigen Phase übernahm.

Später führte ihn sein Weg über die damalige Nationalliga bis an die Spitze des Schweizerischen Fussballverbands. Von 2001 bis 2009 amtete Zloczower als SFV-Zentralpräsident und begleitete eine sportlich und organisatorisch bedeutende Phase des Schweizer Fussballs.

Zloczower stabilisierte die Young Boys

Als Zloczower 1973 das Präsidium von YB übernahm, befand sich der Berner Traditionsclub in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation. Mit neuen Ideen und einer stärkeren Einbindung des Berner Umfelds gelang es ihm gemeinsam mit seinem Vorstand, den Verein zu stabilisieren.

Auch sportlich stellte sich während seiner Amtszeit ein bedeutender Erfolg ein. 1977 gewannen die Young Boys den Schweizer Cup und feierten damit den ersten grossen Titel seit den erfolgreichen Jahren Ende der 1950er- und Anfang der 1960er-Jahre.

Zloczower blieb bis 1980 Präsident von YB und dem Club auch danach eng verbunden. Sein Wirken gehört damit zu einem prägenden Kapitel in der Geschichte der Young Boys. Der Verein ernannte ihn später zum Ehrenmitglied.

Vom Ligafunktionär zum SFV-Präsidenten

Nach seiner Zeit bei YB übernahm Zloczower weitere Aufgaben im Schweizer Fussball. Von 1982 bis 1989 gehörte er dem Rekursgericht der damaligen Nationalliga an und war dort auch als Präsident tätig. Anschliessend wurde er Mitglied des Nationalliga-Komitees.

1995 übernahm Zloczower das Präsidium dieses Gremiums. Sechs Jahre später folgte der nächste Schritt: 2001 wurde er zum Zentralpräsidenten des Schweizerischen Fussballverbands gewählt.

Während seiner achtjährigen Amtszeit qualifizierte sich die Schweizer Nationalmannschaft unter anderem für die Europameisterschaft 2004 und die Weltmeisterschaft 2006. Gleichzeitig entwickelte sich der Verband auch auf internationaler Ebene weiter.

EURO 2008 bleibt mit seinem Namen verbunden

Der grösste funktionärspolitische Erfolg Zloczowers war die Vergabe der Europameisterschaft 2008 an die Schweiz und Österreich. Die UEFA entschied sich im Dezember 2002 für die gemeinsame Bewerbung der beiden Länder.

Zloczower spielte mit seinem internationalen Netzwerk und seiner Erfahrung eine wichtige Rolle bei diesem Projekt. Sechs Jahre später wurde das Turnier erfolgreich in der Schweiz und Österreich ausgetragen und gehörte zu den grössten Sportveranstaltungen, die bis dahin in der Schweiz stattgefunden hatten.

2009 übergab Zloczower das Amt des SFV-Zentralpräsidenten an Peter Gilliéron. Gleichzeitig wurde er zum Ehrenpräsidenten des Schweizerischen Fussballverbands ernannt.

Mit seinem Tod verliert der Schweizer Fussball einen Funktionär, der über Jahrzehnte hinweg wichtige Entwicklungen mitprägte und sowohl auf Club- als auch auf Verbandsstufe Verantwortung übernahm.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert