Roby Järventie – spielt der beste Mann der National League in Ambri?
von belmedia Redaktion Allgemein Eishockey Magazine nachrichtenticker.ch National League News Orte Regionen Schweiz Schweiz Spiele Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch sportnachrichten.ch swisshockey.ch Tessin Themen Vereine Ⳇ Verbreitung
Roby Järventie entwickelt sich beim HC Ambri-Piotta zu einer der grössten Überraschungen der National-League-Saison. Der 24-jährige Finne führt nach 15 Spielen mit 22 Skorerpunkten gemeinsam mit Denis Malgin die Liga an. Doch nicht nur Tore und Assists sprechen für ihn: Auch seine erweiterten Leistungswerte gehören zur absoluten Spitze. Ist Järventie derzeit sogar der beste Spieler der gesamten Liga?
Neun Tore, 13 Assists und durchschnittlich 1,47 Punkte pro Partie: Järventies Zahlen sind beeindruckend. Besonders bemerkenswert ist seine Bedeutung für die Mannschaft. Der Finne war an 22 der bisher 46 Ambri-Tore beteiligt. Das entspricht fast 48 Prozent der gesamten Torproduktion der Leventiner.
Ambri liegt nach 15 Meisterschaftsspielen überraschend auf dem zweiten Tabellenplatz. Järventie gehört zu den wichtigsten Gründen für diesen Erfolg. Allerdings ist die Konkurrenz gross: Denis Malgin überzeugt beim souveränen Leader ZSC Lions, Marcus Sörensen glänzt als Vorbereiter und auch Ambris Torhüter Philip Wüthrich liefert aussergewöhnliche Leistungen.
Fast jedes zweite Ambri-Tor mit Järventies Beteiligung
Die wichtigste Zahl ist nicht allein seine Ausbeute von 22 Skorerpunkten.
Järventie ist an 47,8 Prozent der Ambri-Tore beteiligt. Beim überlegenen Tabellenführer Zürich kommt Denis Malgin mit ebenfalls 22 Punkten auf einen Anteil von 34,9 Prozent an den 63 Treffern der Lions.
Der Vergleich zeigt, wie stark die Leventiner auf ihren finnischen Angreifer zählen.
Besonders bemerkenswert: Järventie ist nicht nur Vollstrecker. Seine 13 Vorlagen belegen, dass er ebenso gefährliche Situationen für Mitspieler kreieren kann.
Erweiterte Statistiken bestätigen seine Klasse
Auch die detaillierten Leistungsanalysen sprechen für den Finnen.
Nach zwölf Saisonspielen führte Järventie eine Auswertung der Win Shares mit 1,09 an. Diese Kennzahl schätzt den individuellen Beitrag eines Spielers zum Teamerfolg. Petteri Puhakka folgte mit 0,92.
Bei direkten Torbeteiligungen erreichte Järventie damals 4,10 pro 60 Einsatzminuten. Unter 181 untersuchten Stürmern mit mindestens einer Stunde Eiszeit war das der beste Wert.
Sein Game Score pro Minute übertraf zudem die Werte von rund 99 Prozent der untersuchten Angreifer.
Diese Zahlen unterstreichen, dass Järventies Einfluss weit über die reine Skorerliste hinausgeht.
Der Hattrick gegen die ZSC Lions als Beweis
Seine aussergewöhnliche Klasse zeigte Järventie bereits Ende September.
Beim Spitzenkampf zwischen Ambri und den ZSC Lions erzielte er sämtliche drei Treffer der Leventiner.
Zwar verlor Ambri die Begegnung mit 3:6, doch Järventie stellte selbst die Zürcher Defensive mehrfach vor grosse Probleme.
Mitte Oktober folgten weitere Glanzleistungen. Beim 5:0 in Kloten traf er zweimal und bereitete einen Treffer vor. Gegen Genève-Servette überzeugte er erneut als Torschütze und Vorbereiter.
Zuletzt lieferte er beim 3:0 gegen Ajoie zwei Assists, darunter einen sehenswerten Pass auf Tim Muggli.
Malgin bleibt sein stärkster Konkurrent
Eine eindeutige Antwort auf die Frage nach dem besten Spieler liefert die Skorerliste allein nicht.
Denis Malgin besitzt mit 22 Punkten eine identische Ausbeute. Der Schweizer Nationalstürmer hat zwar vier Tore weniger erzielt, dafür aber 17 Treffer vorbereitet.
Auch seine Plus-Minus-Bilanz von +10 gegenüber Järventies +6 spricht für seine Bedeutung im Zürcher Spiel.
Marcus Sörensen überzeugt bei Fribourg-Gottéron mit 19 Punkten aus nur 14 Partien. Besonders seine 16 Assists machen ihn zu einem der gefährlichsten Spielmacher.
Sandro Schmid, Nathan Schnarr und Sven Andrighetto gehören ebenfalls zur unmittelbaren Spitzengruppe.
Auch Wüthrich besitzt aussergewöhnliche Werte
Bei der Beurteilung des wertvollsten National-League-Spielers darf die Torhüterposition nicht fehlen.
Philip Wüthrich gehört zu den grössten Erfolgsgaranten Ambris.
Sein Wert bei den gegenüber der statistischen Erwartung verhinderten Gegentoren liegt bei +10,52. Der nächstbeste Torhüter Sandro Aeschlimann erreicht +7,27.
Damit hat Ambri gleich zwei Spieler, die in wichtigen Leistungskennzahlen herausragen.
Trainer Jussi Tapola profitiert zusätzlich von der gut funktionierenden Zusammenarbeit zwischen Järventie, Center Nate Schnarr und Captain Tommaso De Luca.
Der nächste grosse Test wartet in Zürich
Bereits am Dienstag empfängt Ambri den EHC Biel. Drei Tage später folgt das Auswärtsspiel gegen die ZSC Lions.
Besonders das Wiedersehen mit Malgin und dem souveränen Tabellenführer verspricht einen interessanten Vergleich.
Järventie hat nach einem Viertel der Qualifikation starke Argumente für sich gesammelt.
Ob er am Ende tatsächlich als bester Spieler der National League gelten kann, wird auch davon abhängen, ob er seine aussergewöhnliche Produktion über die gesamte Saison bestätigt.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert