Ambrì schlägt Kaufbeuren 5:2 und holt Platz 3 beim Warrior Cup

Der HC Ambrì-Piotta beendet den Warrior Cup in Kaufbeuren mit einem Sieg. Die Leventiner bezwingen Gastgeber ESV Kaufbeuren im Spiel um Platz drei mit 5:2. Nach einem durchzogenen Beginn entscheidet Ambrì die Partie mit drei Treffern im Schlussdrittel.

Für die Tessiner ist der Erfolg die gewünschte Reaktion auf die 3:6-Niederlage gegen die Belfast Giants im Halbfinale. Überzeugend fällt der Auftritt gegen den deutschen Oberligisten allerdings lange Zeit nicht aus.

Nach dem ersten Drittel steht es 2:2, im Mittelabschnitt fällt überhaupt kein Treffer. Erst im Schlussdrittel setzt sich die höhere individuelle Qualität der Mannschaft von Trainer Jussi Tapola durch.

Die fünf Ambrì-Tore erzielen Tim Muggli, Tim Heed, Nathan Schnarr, David Bosson und Michael Joly. Torhüter Gilles Senn hält die Biancoblù vor allem im zweiten Drittel mehrfach im Spiel.

Muggli bringt Ambrì früh in Führung

Ambrì startet mit dem Ziel in die Partie, den Warrior Cup zumindest mit einem Erfolgserlebnis abzuschliessen. Trainer Jussi Tapola setzt weitgehend auf jene Mannschaft, die am Samstag gegen Belfast im Einsatz gestanden hatte. Im Tor erhält diesmal Gilles Senn seine Chance.

Die Tessiner erwischen zunächst den besseren Start. Tim Muggli bringt Ambrì mit 1:0 in Führung.

Danach verliert die Mannschaft allerdings zunehmend die Kontrolle. Kaufbeuren nutzt Fehler der Leventiner im Spielaufbau und kommt immer besser in die Begegnung.

Maximilian Renner sorgt für den Ausgleich. Noch im ersten Drittel dreht der ESVK die Partie vollständig: Julian Eichinger trifft im Powerplay zum 2:1 für die Gastgeber.

Gerade die zahlreichen Ungenauigkeiten beim Herausspielen aus der eigenen Zone bereiten Ambrì Probleme. Gegen einen Gegner, der in der kommenden Saison in der deutschen Oberliga spielt, geraten die Tessiner dadurch wiederholt unnötig unter Druck.

Kurz vor der ersten Pause erhält Ambrì selbst die Gelegenheit in Überzahl – und nutzt diese.

Heed hämmert den Puck zum 2:2 ins Tor

Tim Heed übernimmt Verantwortung und gleicht noch vor der ersten Sirene aus. Der schwedische Verteidiger zieht von der blauen Linie ab und erzielt mit einem wuchtigen Schuss das 2:2.

Damit geht Ambrì trotz einer insgesamt wenig überzeugenden Leistung mit einem ausgeglichenen Spielstand in die erste Pause.

Im zweiten Drittel wird es für die Leventiner nicht wesentlich besser.

Kaufbeuren spielt mutig nach vorne und erarbeitet sich mehrere gute Möglichkeiten. Ambrì kann sich dabei wiederholt bei Gilles Senn bedanken, der mit mehreren Paraden einen erneuten Rückstand verhindert.

Auch in den Special Teams lässt die Mannschaft von Tapola Möglichkeiten liegen. Selbst eine Phase in doppelter Überzahl bringt keinen Treffer.

So bleibt das komplette zweite Drittel torlos.

Nach 40 Minuten steht es weiterhin 2:2 – und Ambrì muss sich steigern, um gegen den Aussenseiter nicht erneut eine Enttäuschung zu erleben.

Schnarr erzielt im Schlussdrittel das entscheidende 3:2

Die entscheidende Szene folgt im letzten Abschnitt.

Nach einer Auseinandersetzung erhält Ambrì erneut die Möglichkeit, mit zwei Spielern mehr auf dem Eis zu agieren. Diesmal lassen sich die Tessiner die Chance nicht entgehen.

Captain Tommaso De Luca findet Nathan Schnarr, der zum 3:2 trifft und Ambrì damit wieder in Führung bringt.

Für Schnarr ist es bereits der dritte Treffer während der laufenden Saisonvorbereitung. Der kanadische Center hat sich damit offensiv bereits mehrfach in Szene gesetzt.

Das Tor bringt endlich mehr Sicherheit ins Spiel der Leventiner. Kaufbeuren muss nun offensiver werden und öffnet dadurch zusätzliche Räume.

Ambrì kann die Partie in der Schlussphase kontrollierter gestalten und setzt schliesslich den nächsten Treffer nach.

Bosson und Joly machen den Sieg perfekt

David Bosson sorgt für das 4:2. Der 23-Jährige trifft mit einem sehenswerten Handgelenkschuss und verschafft den Tessinern damit erstmals einen Zwei-Tore-Vorsprung.

Kaufbeuren versucht anschliessend nochmals alles und nimmt in der Schlussphase den Torhüter vom Eis.

Michael Joly nutzt das leere Tor zum 5:2 und beseitigt die letzten Zweifel am Ambrì-Sieg.

Damit endet die Partie mit drei unbeantworteten Treffern der Biancoblù im Schlussdrittel. Die Drittelsresultate lauten 2:2, 0:0 und 0:3 aus Sicht der Gastgeber.

Ambrì sichert sich damit Platz drei beim Warrior Cup.

Reaktion auf das 3:6 gegen Belfast

Das Resultat ist für Ambrì eine Reaktion auf den enttäuschenden Auftritt am Vortag.

Im Halbfinale hatten die Tessiner gegen die Belfast Giants bereits mit 1:5 zurückgelegen. Zwar verkürzten Roby Järventie und Dario Wüthrich im Schlussabschnitt nochmals, am Ende setzte sich Belfast aber mit 6:3 durch. Ambrì hatte dabei vor allem defensiv einen schwachen Nachmittag erwischt.

Gegen Kaufbeuren gelingt nun zumindest resultatmässig eine Antwort.

Die Leistung dürfte Trainer Tapola dennoch nicht vollständig zufriedenstellen. Vor allem während der ersten 40 Minuten erlaubt sich Ambrì zu viele Fehler und überlässt einem auf dem Papier schwächeren Gegner über längere Phasen die Initiative.

Dass Senn im zweiten Drittel mehrfach eingreifen muss, zeigt ebenfalls, dass die Defensive noch nicht jene Stabilität erreicht hat, die zum Start der National League notwendig sein wird.

Gemischte Bilanz in der Saisonvorbereitung

Für Ambrì ist der Warrior Cup ein weiterer wichtiger Teil der Vorbereitung auf die Saison 2026/27.

Die bisherigen Testspiele liefern ein wechselhaftes Bild. Nach einem 2:1-Erfolg nach Verlängerung gegen die Bellinzona Snakes folgte eine 2:4-Niederlage gegen den EHC Visp.

Anschliessend verlor Ambrì gegen die SCL Tigers mit 3:6, ehe gegen die Schwenninger Wild Wings ein 3:1-Sieg gelang.

Besonders überzeugend war der Auftritt am vergangenen Mittwoch gegen den EHC Kloten. Die Leventiner setzten sich in Bellinzona mit 5:1 durch.

Beim Warrior Cup folgten nun die 3:6-Niederlage gegen Belfast und der 5:2-Erfolg über Kaufbeuren.

Die Resultate zeigen, dass Ambrì offensiv durchaus Tore produzieren kann. Gleichzeitig bleibt die Konstanz über 60 Minuten eine der grössten Baustellen vor dem Meisterschaftsstart.

Letzter Test gegen Rapperswil vor dem Saisonstart

Viel Zeit bleibt den Leventinern nicht mehr.

Am Donnerstag, 10. September, steht der letzte Test vor dem Start der National League auf dem Programm. In der Gottardo Arena empfängt Ambrì um 19.45 Uhr die SC Rapperswil-Jona Lakers.

Danach beginnt die Saisonvorbereitung endgültig in den Ernstkampf überzugehen.

Am Dienstag, 15. September, startet der HC Ambrì-Piotta auswärts beim HC Ajoie in die National-League-Saison 2026/27. Drei Tage später folgt gegen die Rapperswil-Jona Lakers das erste Meisterschaftsspiel in der Gottardo Arena.

Der 5:2-Sieg gegen Kaufbeuren liefert vor diesen Aufgaben zumindest ein positives Resultat. Die Partie zeigt gleichzeitig deutlich, dass Tapola und seine Mannschaft bis zum Saisonstart noch an der Stabilität und Präzision arbeiten müssen.

 

Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert