Alkohol und seine Risiken: Was er im Körper, am Steuer und im Wasser bewirkt
von belmedia Redaktion #Schweizweit Allgemein Auto Betrieb Essen & Trinken Gesundheit Getränke gourmetnews.ch gourmettipp.ch Krankheiten Magazine Mobilität motortipps.ch nachrichtenticker.ch Regionen Schweiz Sport sportaktuell.ch Themen Vital Wein xund24.ch Ⳇ Verbreitung
Alkohol ist gesellschaftlich akzeptiert, leicht erhältlich und für viele Menschen eng mit Geselligkeit verbunden. Trotzdem bleibt Ethanol eine psychoaktive, giftige und abhängig machende Substanz. Seine Wirkung beginnt lange bevor jemand offensichtlich betrunken wirkt.
Die wissenschaftliche Einschätzung hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Auch die zuständige eidgenössische Fachkommission kommt 2026 zu einem klaren Schluss: Eine gesundheitlich risikofreie Alkoholmenge lässt sich nicht angeben. Wer weniger trinkt, senkt sein Risiko. Am sichersten ist es, ganz auf Alkohol zu verzichten.
Warum es keine risikofreie Alkoholmenge gibt
Lange galten kleine Mengen Alkohol als weitgehend harmlos oder sogar als günstig für das Herz. Besonders hartnäckig hält sich die Vorstellung, ein tägliches Glas Rotwein könne Herz und Gefässe schützen. Nach Einschätzung der Eidgenössischen Kommission für Fragen zu Sucht und Prävention nichtübertragbarer Krankheiten, kurz EKSN, lässt sich diese Behauptung wissenschaftlich nicht halten.
Ältere Untersuchungen enthielten methodische Schwächen. So wurden Menschen, die mässig Alkohol tranken, teilweise mit abstinenten Personen verglichen, die wegen Erkrankungen oder früherer Alkoholprobleme aufgehört hatten. Der scheinbare gesundheitliche Vorteil des mässigen Konsums konnte dadurch überschätzt werden.
Die EKSN erklärte im März 2026 deshalb frühere Schweizer Orientierungswerte für einen risikoärmeren Konsum für überholt. An ihre Stelle tritt die einfache Botschaft: „Weniger ist besser.“
Das bedeutet nicht, dass ein einzelnes Glas zwangsläufig eine Krankheit auslöst. Es bedeutet, dass sich keine Menge bestimmen lässt, bei der ein gesundheitliches Risiko sicher ausgeschlossen werden kann. Grundsätzlich nimmt die Wahrscheinlichkeit für Schäden mit der konsumierten Menge und der Häufigkeit zu. Besonders deutlich ist dieser Zusammenhang bei verschiedenen Krebsarten.
Was als Standardglas gilt
Die Alkoholmenge lässt sich nicht allein an der Grösse des Glases ablesen. Entscheidend sind die Füllmenge und der Alkoholgehalt des Getränks. Ein Schweizer Standardglas enthält ungefähr zehn Gramm reinen Alkohol. Das entspricht grob:
- rund 2,5 bis 3 Dezilitern Bier,
- etwa 1 Deziliter Wein oder Schaumwein,
- ungefähr 3 Zentilitern Spirituosen.
Ein grosszügig eingeschenktes Weinglas oder ein starkes Spezialbier kann deutlich mehr als ein Standardglas enthalten. Cocktails sind besonders schwer einzuschätzen. Je nach Rezept stecken darin mehrere Portionen Spirituosen.
So gelangt Alkohol durch den Körper
Nach dem Trinken wird Ethanol über den Magen und vor allem über den Dünndarm ins Blut aufgenommen. Von dort verteilt es sich im Körperwasser und erreicht rasch das Gehirn. Wie hoch die Alkoholkonzentration ausfällt, hängt unter anderem von der konsumierten Menge, dem Trinktempo, dem Körpergewicht, der Körperzusammensetzung und dem Mageninhalt ab.
Den grössten Teil des Alkohols baut die Leber ab. Dabei entsteht zunächst Acetaldehyd. Dieser Stoff ist giftig, schädigt Zellen und kann das Erbgut beeinträchtigen. Anschliessend wird Acetaldehyd weiter zu Acetat umgewandelt.
Der Körper kann diesen Prozess nur begrenzt beschleunigen. Kaffee, kalte Duschen, Bewegung oder Schlaf machen zwar möglicherweise wacher. Sie sorgen aber nicht dafür, dass Alkohol schneller aus dem Blut verschwindet.
Die Wirkung beginnt oft unbemerkt
Alkohol dämpft das zentrale Nervensystem. Zunächst kann er anregend wirken, weil Hemmungen sinken. Menschen werden gesprächiger, spontaner oder risikofreudiger. Diese vermeintlich anregende Wirkung ist bereits ein Zeichen dafür, dass die Kontrolle des Gehirns nachlässt.
Mit steigendem Alkoholspiegel verschlechtern sich Aufmerksamkeit, Urteilsvermögen und Reaktionsfähigkeit. Entfernungen und Geschwindigkeiten werden ungenauer eingeschätzt. Das Sehfeld kann sich verengen. Gleichgewicht und Koordination leiden.
Weitere mögliche Folgen sind:
- verlangsamte Reaktionen und undeutliche Sprache,
- Schwindel und unsicherer Gang,
- Übelkeit und Erbrechen,
- Gedächtnislücken,
- Herzrhythmusstörungen,
- riskante oder aggressive Entscheidungen,
- Unfälle, Stürze und Verletzungen.
Bei sehr hohen Mengen drohen Bewusstlosigkeit, Unterkühlung, Kreislaufprobleme und eine gefährliche Dämpfung der Atmung. Erbrochenes kann in die Atemwege gelangen. Eine schwere Alkoholvergiftung ist ein medizinischer Notfall.
Alkohol verbessert den Schlaf nicht
Ein Glas am Abend kann das Einschlafen erleichtern. Erholsamer wird die Nacht dadurch jedoch nicht. Alkohol verändert die normale Abfolge der Schlafphasen. Der Schlaf wird unruhiger, und Betroffene wachen häufiger auf.
In der zweiten Nachthälfte können Herzklopfen, Schwitzen, Durst und innere Unruhe hinzukommen. Wer regelmässig Alkohol als Einschlafhilfe nutzt, riskiert ausserdem eine Gewöhnung. Für denselben dämpfenden Effekt wird dann mitunter immer mehr benötigt.
Welche Organe langfristig betroffen sein können
Alkohol steht mit mehr als 200 Krankheiten und gesundheitlichen Beschwerden in Verbindung. Nicht jede Erkrankung tritt bei jedem Menschen auf. Das persönliche Risiko hängt von Konsummenge, Dauer, Alter, genetischen Faktoren, Vorerkrankungen und weiteren Lebensumständen ab.
- Gehirn und Nervensystem: Regelmässiger hoher Konsum kann Gedächtnis, Konzentration, Koordination und psychische Stabilität beeinträchtigen.
- Leber: Möglich sind eine alkoholbedingte Fettleber, Entzündungen, Vernarbungen und schliesslich eine Leberzirrhose.
- Magen und Bauchspeicheldrüse: Alkohol kann die Schleimhäute reizen und akute oder chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse begünstigen.
- Herz und Kreislauf: Das Risiko für Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche und Schlaganfälle kann steigen.
- Immunsystem: Hoher und regelmässiger Konsum kann die Abwehr schwächen und die Erholung nach Erkrankungen erschweren.
- Psychische Gesundheit: Alkohol kann Ängste, depressive Beschwerden und Schlafprobleme verstärken. Kurzfristige Entspannung kann langfristig in stärkere innere Unruhe umschlagen.
- Abhängigkeit: Alkohol kann körperlich und psychisch abhängig machen. Das Risiko steigt bei häufigem Konsum und bei der Nutzung als Mittel gegen Stress, Angst oder Schlafprobleme.
Alkohol kann Krebs verursachen
Alkoholische Getränke sind von der Internationalen Agentur für Krebsforschung, einer Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation, als krebserregend für Menschen eingestuft. Alkohol erhöht nachweislich das Risiko für mindestens sieben Krebsarten. Dazu gehören Krebserkrankungen der Mundhöhle, des Rachens, des Kehlkopfs, der Speiseröhre, der Leber, des Dick- und Enddarms sowie der weiblichen Brust.
Auch geringe Mengen können das Krebsrisiko erhöhen. Entscheidend ist dabei der enthaltene Alkohol, nicht die Art des Getränks. Wein ist in diesem Punkt nicht sicherer als Bier oder Spirituosen.
Weltweit wurden für das Jahr 2020 rund 741’000 neue Krebsfälle mit Alkoholkonsum in Verbindung gebracht. Der grösste Anteil entfiel auf höheren Konsum. Doch auch Mengen von weniger als zwei alkoholischen Getränken pro Tag waren für mehr als 100’000 Fälle verantwortlich.
Alkoholkonsum in der Schweiz
Alkohol gehört für einen grossen Teil der Schweizer Bevölkerung zum Alltag. Gemäss den vom Bundesamt für Gesundheit veröffentlichten Zahlen konsumierten 2022 rund 83 Prozent der Bevölkerung Alkohol. Etwa 9 Prozent tranken mindestens einmal täglich.
Fast 15 Prozent konsumierten mindestens einmal im Monat eine grössere Menge bei einer Gelegenheit. Besonders verbreitet war dieses Verhalten unter jungen Erwachsenen. Bei den 20- bis 24-Jährigen lag der Anteil bei rund 30 Prozent.
Das BAG geht ausserdem von schätzungsweise 250’000 bis 300’000 alkoholabhängigen Menschen in der Schweiz aus. Rund jede dritte Person hat jemanden mit Alkoholproblemen im eigenen Umfeld.
Gleichzeitig sinkt der durchschnittliche Konsum. Im Jahr 2024 entfielen auf jede Person ab 15 Jahren rechnerisch 7,6 Liter reiner Alkohol. Im Jahr 2001 waren es noch 10,6 Liter. Die Entwicklung zeigt, dass alkoholfreie Entscheidungen gesellschaftlich selbstverständlicher werden.
Alkohol am Steuer: Die Wirkung beginnt vor der gesetzlichen Grenze
Wer fährt, sollte keinen Alkohol trinken. Das ist die einzige Regel, bei der keine Rechnung nötig ist. Bereits kleine Mengen können Aufmerksamkeit, Sehvermögen und Reaktion beeinträchtigen. Gleichzeitig steigt häufig die Bereitschaft, Risiken einzugehen.
Für die meisten Fahrzeuglenker gilt in der Schweiz ein Grenzwert von 0,5 Promille im Blut beziehungsweise 0,25 Milligramm Alkohol pro Liter Atemluft. Für bestimmte Personengruppen gilt praktisch Nulltoleranz. Dazu gehören unter anderem Neulenkende, Lernfahrende, Begleitpersonen bei Lernfahrten, Fahrlehrpersonen und Berufschauffeure. Hier liegt die Grenze bei 0,1 Promille beziehungsweise 0,05 Milligramm pro Liter Atemluft.
Der gesetzliche Wert ist jedoch keine gesundheitliche oder fahrtechnische Sicherheitsgrenze. Eine Person kann bereits darunter fahrunfähig sein. Müdigkeit, Medikamente, Erkrankungen und fehlende Fahrpraxis können die Beeinträchtigung zusätzlich verstärken. Weitere Hinweise für sicheres Fahren helfen deshalb nur, wenn Alkohol konsequent vom Lenken eines Fahrzeugs getrennt wird.
Nach Angaben der BFU wurden 2024 bei alkoholbedingten Verkehrsunfällen 448 Menschen schwer verletzt oder getötet. Im Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2024 war bei jedem zehnten schweren Verkehrsunfall Alkohol beteiligt.
Auch Velos, E-Bikes und E-Trottinette sind kein Ausweg. Wer wegen Alkohol nicht fahrfähig ist, darf kein Fahrzeug führen. Bei fast 40 Prozent der von der BFU untersuchten Alleinunfälle mit E-Trottinetten war Alkohol ein zentraler Faktor.
Restalkohol wird häufig unterschätzt
Der Körper baut pro Stunde ungefähr 0,1 bis 0,15 Promille ab. Dieser Wert schwankt. Er eignet sich deshalb nicht dazu, eine Abfahrtszeit exakt auszurechnen.
Wer spät in der Nacht viel getrunken hat, kann am nächsten Morgen noch deutlich alkoholisiert sein. Kaffee, Frühstück, Sport und eine kalte Dusche ändern daran nichts. Im Zweifel bleibt das Fahrzeug stehen.
Alkohol beim Baden: Ein gefährlicher Mix
Ein Bier am See wirkt harmlos. Beim anschliessenden Schwimmen kann es jedoch gefährlich werden. Alkohol verschlechtert Koordination, Reaktion, Orientierung und Urteilsvermögen. Gleichzeitig neigen Menschen dazu, ihre Leistungsfähigkeit zu überschätzen.
Distanzen erscheinen kürzer, Strömungen weniger kräftig und Sprünge weniger riskant. Ermüdung oder Kälte werden unter Umständen zu spät wahrgenommen. Wer in Schwierigkeiten gerät, reagiert langsamer und kann Anweisungen schlechter umsetzen.
Die Baderegeln der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft sind deshalb eindeutig: Niemals unter Alkohol- oder Drogeneinfluss ins Wasser gehen. Das gilt für Schwimmbäder ebenso wie für Seen und Flüsse.
Besonders anspruchsvoll sind offene Gewässer. Nach Angaben der BFU sterben in der Schweiz beim Baden und Schwimmen durchschnittlich 28 Menschen pro Jahr. Fast 90 Prozent der tödlichen Ertrinkungsunfälle ereignen sich in Seen und Flüssen. Strömungen, Wassertemperatur, schlechte Sicht und wechselnder Untergrund erhöhen dort die Anforderungen.
Auch beim Stand-up-Paddling, Kajakfahren oder Schlauchbootfahren gehören Alkohol und Wasser nicht zusammen. Eine passende Schwimmweste verbessert die Sicherheit. Sie macht eine alkoholisierte Person aber weder reaktionsschneller noch urteilsfähiger. Die wichtigsten Regeln für den Schweizer Badesommer gelten deshalb vor, während und nach dem Aufenthalt im Wasser.
Schwangerschaft, Stillzeit und Jugend: Hier gilt Verzicht
Während der Schwangerschaft gibt es keine bekannte sichere Alkoholmenge. Ethanol passiert die Plazenta. Das ungeborene Kind erreicht dadurch eine ähnliche Alkoholkonzentration wie die Mutter, kann den Stoff jedoch wesentlich schlechter abbauen.
Mögliche Folgen sind Fehlbildungen, Wachstumsstörungen, Schäden des Nervensystems sowie spätere Lern- und Verhaltensprobleme. Diese Beeinträchtigungen werden unter dem Begriff fetale Alkoholspektrumstörungen zusammengefasst. Sie sind nicht heilbar. Deshalb sollte während der gesamten Schwangerschaft vollständig auf Alkohol verzichtet werden.
Auch in der Stillzeit ist Verzicht die sicherste Möglichkeit. Alkohol geht in die Muttermilch über. Jugendliche reagieren ebenfalls besonders empfindlich, weil sich ihr Gehirn noch entwickelt. Früher und häufiger Konsum erhöht zudem das Risiko späterer Alkoholprobleme.
Alkohol und Medikamente können sich gefährlich verstärken
Alkohol kann die Wirkung von Medikamenten verstärken, abschwächen oder unvorhersehbar verändern. Das gilt beispielsweise für Schlaf- und Beruhigungsmittel, starke Schmerzmittel, bestimmte Antidepressiva, Medikamente gegen Allergien und zahlreiche weitere Präparate.
Mögliche Folgen reichen von starker Müdigkeit und Kreislaufproblemen bis zu Atemstörungen. Auch die Leber kann zusätzlich belastet werden. Wer Medikamente einnimmt, sollte die Packungsbeilage beachten und bei Unsicherheit in der Apotheke oder Arztpraxis nachfragen.
Wann aus Konsum ein Problem wird
Eine Abhängigkeit lässt sich nicht allein an der Zahl der Gläser erkennen. Entscheidend ist, welche Rolle Alkohol im Leben übernimmt. Warnsignale sind beispielsweise:
- häufig mehr zu trinken als ursprünglich geplant,
- wiederholt erfolglos weniger trinken zu wollen,
- Alkohol zum Einschlafen, Beruhigen oder Funktionieren zu benötigen,
- heimliches Trinken oder das Verbergen von Mengen,
- eine steigende Verträglichkeit und damit immer grössere Mengen,
- Probleme in Familie, Beruf, Gesundheit oder Strassenverkehr,
- Zittern, Schwitzen, Unruhe oder Übelkeit ohne Alkohol,
- das Vernachlässigen von Interessen und Verpflichtungen.
Alkoholabhängigkeit ist keine Charakterschwäche. Sie ist eine behandelbare Erkrankung. Hausärzte, regionale Suchtberatungsstellen und SafeZone.ch bieten Unterstützung. Die Beratung von SafeZone.ch ist anonym und kostenlos.
Wer über längere Zeit täglich oder in grossen Mengen trinkt, sollte nicht ohne medizinische Rücksprache abrupt aufhören. Ein schwerer Alkoholentzug kann Krampfanfälle, Bewusstseinsstörungen und ein lebensgefährliches Delir auslösen.
Alkoholvergiftung: Nicht einfach ausschlafen lassen
Eine stark alkoholisierte Person darf nicht unbeaufsichtigt „ihren Rausch ausschlafen“. Besonders ernst sind folgende Anzeichen:
- Die Person lässt sich kaum oder gar nicht wecken.
- Die Atmung ist langsam, unregelmässig oder setzt aus.
- Es kommt zu wiederholtem Erbrechen.
- Die Haut wirkt auffällig blass oder bläulich.
- Die Person ist stark verwirrt, krampft oder verliert das Bewusstsein.
- Der Körper fühlt sich ungewöhnlich kalt an.
Bei Bewusstlosigkeit, auffälliger Atmung, Krampfanfällen oder einem unklaren lebensbedrohlichen Zustand ist sofort der Rettungsdienst über die Nummer 144 zu alarmieren. Atmet die bewusstlose Person normal, wird sie in die stabile Seitenlage gebracht und bis zum Eintreffen der Rettung überwacht. Bei fehlender normaler Atmung muss nach den aktuellen Erste-Hilfe-Regeln mit der Wiederbelebung begonnen werden.
Kein Erbrechen herbeiführen. Einer bewusstlosen Person dürfen weder Wasser noch Kaffee oder andere Flüssigkeiten eingeflösst werden. Bei einer möglichen Vergiftung oder Unsicherheit berät Tox Info Suisse rund um die Uhr unter der Nummer 145.
Weniger trinken: Praktische Schritte ohne komplizierte Regeln
Eine Reduktion lohnt sich unabhängig davon, wie hoch der bisherige Konsum war. Hilfreich sind einfache, konkrete Entscheidungen:
- vor einem Anlass festlegen, dass alkoholfrei getrunken wird,
- alkoholfreie Getränke sichtbar und gekühlt bereithalten,
- Gewohnheiten wie das tägliche Feierabendbier bewusst unterbrechen,
- die tatsächlich getrunkenen Mengen einige Wochen notieren,
- Alkohol nicht als Durstlöscher verwenden,
- bei Stress, Schlafproblemen oder Niedergeschlagenheit andere Hilfe suchen,
- für Heimfahrt und Übernachtung bereits vor dem ersten Getränk sorgen.
Wer Schwierigkeiten hat, eine selbst gesetzte Grenze einzuhalten, sollte das ernst nehmen. Ein frühes Beratungsgespräch kann verhindern, dass sich Probleme verfestigen.
Video-Tipp: Alkohol im Alltag
Die SRF-Sendung „Puls“ untersucht, wie Alkohol im Alltag wirkt, wo riskanter Konsum beginnt und weshalb sich die Vorstellung eines gesunden Masses wissenschaftlich immer schwerer halten lässt.
Fazit
Alkohol wirkt nicht erst beim Rausch. Bereits kleine Mengen können Aufmerksamkeit, Reaktion und Urteilsvermögen beeinträchtigen. Langfristig trägt Alkohol zur Entstehung zahlreicher Erkrankungen bei. Dazu gehören Leber-, Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen sowie psychische Probleme und Abhängigkeit.
Eine risikofreie Menge lässt sich nach heutigem Wissensstand nicht festlegen. Das persönliche Risiko steigt grundsätzlich mit jedem zusätzlichen Getränk. Beim Fahren, Baden, Wassersport, während Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei bestimmten Medikamenten ist vollständiger Verzicht besonders wichtig. Die klare, alltagstaugliche Botschaft lautet deshalb: Weniger ist besser. Und in manchen Situationen ist null die einzig sichere Menge.
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